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Datierung deiner Lebensmittel

Bis auf wenige Ausnahmen benötigen alle Lebensmittel eine Datierung. Dies bedeutet, dass die Hersteller das Haltbarkeitsdatum ihrer Lebensmittel im Rahmen der Selbstkontrolle ermitteln müssen.

Die Datumskennzeichnung (d.h. Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum) ist eine wichtige Information auf der Verpackung, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Wie du das Haltbarkeitsdatum angeben musst, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Bedeutung Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum

Die Unterschiede zwischen dem Mindesthaltbarkeits- und dem Verbrauchsdatum haben wir bereits im Blogbeitrag zur Haltbarkeitsbestimmung erklärt. Dort haben wir auch festgehalten, dass es einen Unterschied zwischen dem Mindesthaltbarkeits- und dem Verbrauchsdatum gibt. Es spielt also eine wichtige Rolle, welche Art von Ablaufdatum du auf die Verpackung deiner Lebensmittel druckst.

Entscheidung Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum

Die Entscheidung über die Art der Datumskennzeichnung muss von Lebensmittel zu Lebensmittel unter Berücksichtigung der relevanten Gefahren, Produkteigenschaften sowie den Verarbeitungs- und Lagerbedingungen getroffen werden. Die Gefahrenidentifikation ist lebensmittelspezifisch und sollte pathogene Mikroorganismen und die Bildung von Toxinen berücksichtigen. Du solltest bedenken, dass sich diese während der Lagerung bis zum Verzehr im Lebensmittel vermehren können. Auch kann sich ein Lebensmittel während der Lagerung sensorisch und in seinen Nährwerten verändern.
Aufgrund der Variabilität der Lebensmittel ist es nicht möglich feste Fristen für einzelne Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen festzulegen. Es handelt sich dabei immer um eine situative Entscheidung.

Welche Lebensmittel brauchen keine Datierung?

Wie bei jeder Regel, gibt es auch bei der „Datierung von Lebensmitteln“ Ausnahmen. Es gibt nämlich einige Lebensmittel, die von der Datierungspflicht ausgenommen sind. Beispielsweise muss für frische Früchte und frisches Gemüse, einige alkoholische Getränke, Essig, Zucker, Salz und Kaugummi keine Haltbarkeit auf der Verpackung angegeben werden. Dies, weil es sich bei diesen Lebensmitteln um Produkte handelt, welche sehr lange haltbar sind oder der Verderb der Lebensmittel einfach festgestellt werden kann. Es liegt in der Verantwortung der Konsumentinnen und Konsumenten, zu entscheiden, bis wann sie das Lebensmittel konsumieren wollen.
Eine freiwillige Angabe der Haltbarkeit der oben aufgeführten Lebensmittel ist jedoch trotzdem möglich. In diesem Fall muss dein Lebensmittel den gleichen gesetzlichen Vorgaben entsprechen, wie Lebensmittel, bei welchen die Angabe des Ablaufdatums obligatorisch ist. Dies bedeutet zum Beispiel, dass du den genauen Wortlaut, wie er in der Verordnung vorgeschrieben ist, verwenden musst.

Möglichkeiten der Angabe von Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum

Abhängig von der Haltbarkeitsdauer gibt es teilweise verschiedene Möglichkeiten wie du das Datum auf deinen Lebensmitteln angeben darfst. Bei Lebensmitteln deren Haltbarkeit weniger als drei Monate beträgt, genügt bei Mindesthaltbarkeitsdaten die Aufzählung des Tages und des Monats. Sind die Produkte jedoch zwischen drei und achtzehn Monate haltbar, kann auch nur der Monat und das Jahr in welchem diese ablaufen angegeben werden. Bei Lebensmittel deren Haltbarkeit mehr als achtzehn Monate beträgt, genügt nur die Angabe des Jahres. Bei Verbrauchsdaten muss das Datum immer mit der Aufzählung von Tag, Monat und Jahr anzugeben. Der Einfachheit halber geben die Hersteller jedoch oft für jede Haltbarkeit das genaue Datum (Tag, Monat und Jahr) an.
Je nachdem, ob der Tag oder nur der Monat und das Jahr genannt werden müssen, ist dem Datum der Wortlaut „mindestens haltbar bis“ bzw. „zu verbrauchen bis“ oder „mindestens haltbar bis Ende“ voranzustellen. Es ist auch erlaubt das Datum andernorts als unmittelbar hinter dem oben genannten Wortlaut zu vermerken. Dann ist aber ein Hinweis anzugeben, wo das Datum in der Kennzeichnung zu finden ist.

Darstellung des Ablaufdatums von Lebensmittel

Bei der Darstellung des Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatums besteht ein erheblich grösserer Spielraum. Es können beispielsweise Etiketten vorgedruckt werden, bei welchen das Ablaufdatum nach der Produktion und Verpackung des Lebensmittels nur noch angekreuzt werden muss. Eine andere Möglichkeit ist, das Datum auf jeder einzelnen Etikette von Hand anzubringen. Diese Methoden eignet sich für eher kleinere Produktionschargen. Falls du die Etiketten deiner Lebensmittel stehts chargenbezogen in deinem Unternehmen druckst, könntest du das Ablaufdatum auch vor dem jeweiligen Druck eingeben und direkt auf die Etiketten drucken. Oder du bringst das Datum mithilfe von einem Preisauszeichnungsgerät an. In der Lebensmittelindustrie wird sehr oft ein Drucker verwendet, mit welchem auf dem Produktionslaufband direkt an die richtige Stelle auf der Etikette oder auf die Verpackung des Lebensmittels gedruckt werden kann.

Haltbarkeitsverlängerung

Es kommt immer wieder vor, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum eines Lebensmittels überschritten wird. Da stellt sich die Frage, ob diese Produkte auch nach Ablauf des Datums verkauft werden dürfen. Um diese Fragestellung zu lösen gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Eine Möglichkeit ist, beim Lebensmittelhersteller eine Haltbarkeitsverlängerung anzufragen. Denn der Produzent kann die Situation meistens am besten einschätzen. Wichtig ist, dass man sich diese Haltbarkeitsverlängerung schriftlich geben lässt und die Kunden transparent informiert. Diese schriftliche Bestätigung werden dir wahrscheinlich nicht alle Hersteller gerne geben, weil sie die Lagerbedingungen bei dir nicht kennen und keine Verantwortung für die Verlängerung übernehmen möchten. Ein gutes Vertrauensverhältnis und lange Zusammenarbeit mit den gleichen Lieferanten helfen da oft.
Falls diese erste Möglichkeit also keine Option für dich ist, kannst du auch selbst das Mindesthaltbarkeitsdatum verlängern. Wichtig dabei ist, dass du im Rahmen deiner Selbstkontrolle gewährleisten kannst, dass dein Lebensmittel bis zum verlängerten Datum qualitativ (visuell, geschmacklich und geruchlich) noch in Ordnung und gesundheitlich unbedenklich ist. Es darf zu keiner Zeit ein Risiko für die Konsumentinnen und Konsumenten bestehen. Falls du das Mindesthaltbarkeitsdatum für ein Lebensmittel verlängerst, übernimmst du die Verantwortung für das Produkt.
Lebensmittel bei welchen eine Verbrauchsfrist („zu verbrauchen bis“-Datum) angegeben werden muss, sind aus Lebensmittelsicherheitsaspekten eher heikel. Der Verzehr verdorbener Lebensmittel dieser Kategorie kann erhebliche gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Das Verbrauchsdatum darf daher nicht verlängert werden. Solche abgelaufenen Lebensmittel müssen entsorgt werden.

Lebensmittelspenden zur Verringerung von Food Waste

Zur Verminderung von Lebensmittelverschwendung (Food Waste) ist es möglich, Lebensmittel an Hilfsorganisationen zu spenden. Dadurch können karitative Organisationen respektive deren Begünstigte unterstützt werden. Für die Handhabung von Lebensmittelspenden wurde der Leitfaden „Lebensmittelspenden“ erstellt. Dieser richtet sich an Hersteller und Inverkehrbringer von Lebensmitteln, welche zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung (Food Waste) beitragen möchten.
Es ist zu beachten, dass auch wenn Lebensmittel gespendet werden, die Lebensmittelsicherheit immer gewährleistet sein muss. Beispielsweise dürfen Produkte mit rohen, nicht erhitzten Eiern oder Lebensmittel mit einer abgelaufenen Verbrauchsfrist („zu verbrauchen bis“-Datum) nicht gespendet werden.
Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum können an Hilfsorganisationen gespendet. Dies ist eine Option, um die Lebensmittelverschwendung (Food Waste) zu reduzieren. Da Hilfsorganisationen strenge Anforderungen an Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum haben, muss eine Lebensmittelspende frühzeitig geplant werden. Nur so kann Food Waste effektiv verhindert werden.