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Der Traum vom eigenen Foodbusiness

Spielst du mit dem Gedanken, ein eigenes Foodbusiness zu starten? Dann lohnt es sich, möglichst früh einige Aspekte abzuklären.

Je nachdem, ob du Foodtruck-, Restaurant-, Café-, Unverpacktladenbetreiber oder Hersteller von handwerklichen Lebensmitteln werden möchtest, wirst du vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen. Eventuell benötigst du eine Bewilligung. Sei es eine Gastgewerbebewilligung, eine Bewilligung für den Handel mit Alkohol oder eine Betriebsbewilligung für die Herstellung von bestimmten tierischen Lebensmitteln. Es kann auch sein, dass Bestandteile deines Lebensmittels bewilligungspflichtig sind. Dies alles gilt es abzuklären.

Bei einer Startup-Gründung gibt es viele Fragen zu klären

Du hast natürlich die typischen Startup-Fragen zu regeln. Welche Unternehmensform wählst du? Welche Versicherungen benötigst du für deine Unternehmung? Welche Versicherungen sind für deine Mitarbeitende nötig? Muss du dich bereits zu Beginn bei der Mehrwertsteuer anmelden? Wo wäre ein guter Standort für deine Unternehmung? Benötigst du eine Verkaufsfläche oder verkaufst du über einen Webshop? Es ist nicht ganz einfach, hier den Überblick zu behalten. Aber wenn du Schritt für Schritt vorgehst, wirst du das alles schaffen.

Jeder Lebensmittelbtrieb braucht ein Selbstkontrollkonzept

Neben den üblichen Startup-Herausforderungen ist allen Lebensmittelbetrieben gemein, dass sie ein Selbstkontrollkonzept benötigen und sich zumindest bei der Lebensmittelkontrolle melden müssen. Bei einer Inspektion durch die Lebensmittelbhörde muss ein risikobasiertes und betriebsangepasstes Selbstkontrollkonzept vorgelegt werden. Ein solches Selbstkontrollkonzept ist in den wenigsten Fällen rasch erstellt. Zumal viele Foodstartup-Gründer keinen lebensmittelrechtlichen Hintergrund haben.

Viele unserer Kunden haben zu Beginn zum Beispiel eine Speise, die sie besonders gut kochen können. Es handelt sich etwa um eine Speise aus ihrer ursprünglichen Heimat oder um ein gehütetes Familienrezept. Freunde und Bekannte motivieren sie, dieses Produkt weiterzuentwickeln und zu verkaufen. Deshalb werden Produktionsräumlichkeiten und Absatzkanäle gesucht, an Rezepturen getüftelt, Verpackungen entwickelt, Werbeslogans überlegt etc.
Ein Klassiker ist auch, dass unsere Kunden ein Produkt entdeckt haben, dem sie sehr viel Potenzial zusprechen und es unbedingt verkaufen möchten. Eventuell müssen sie es auch noch importieren. So machen sie sich auf die Suche nach potenziellen Abnehmern und überlegen, wo das Produkt beworben werden könnte.
Was gerne etwas stiefmütterlich behandelt wird, ist leider die Abklärung von lebensmittelrechtlichen Vorgaben. Häufig auch aus dem Grund, weil der Verordnungsdschungel rasch entmutigend wirken und zu einer Überforderung führen kann. Da kümmert man sich lieber erstmal um den Instagram-Account, damit das eigene Foodstartup an Reichweite gewinnt. Dies ist aber unserer Meinung nach ein reichlich unstrategisches Vorgehen. Auch ein exzellenter Marketingauftritt kann meist nicht darüber hinwegtäuschen, dass man seine Pflichten als Lebensmittelunternehmer vernachlässigt. Im Gegenteil, oft führt er dazu, dass man mit seinem Foodbusiness schneller ins Straucheln kommt, als einem lieb ist. Hat man in den sozialen Medien rasch eine grosse Reichweite und lukrative Absatzkanäle gefunden, muss man nicht selten schneller als gedacht die Produktion oder den Vertrieb umstellen. Da hilft es, wenn man sich bereits zu Beginn seiner Geschäftstätigkeit mit den gesetzlichen Vorgaben auseinandergesetzt und ein betriebsangepasstes Selbstkontrollkonzept (HACCP-Konzept) erstellt hat. Denn irgendwann wird jemand kommen und nach diesem Dokument fragen. Zudem verlangen professionelle Abnehmer bestimmte Informationen von dir. Diese musst du früher oder später liefern können. Wenn du diese dann erst noch beschaffen oder erstellen musst, verlierst du wertvolle Zeit.

Ein gutes Selbstkontrollkonzept ist nachhaltig und reduziert deinen Stress

Alles gelingt dir viel rascher und stressfreier, wenn du die wichtigsten Basics für ein Foodbusiness kennst. So lässt es sich viel schneller skalieren, weil man vorausschauender planen kann. Zudem hinterlässt man auch auf den 2. Blick einen kompetenten Eindruck bei seinen Abnehmern. Dies ist langfristig viel nachhaltiger und in der Regel auch viel kostengünstiger. Daher lohnt es sich, schon zu Beginn in ein betriebsangepasstes Selbstkontrollkonzept zu investieren.

Bist du mit dem Minimum zufrieden?

Wir hören oft, dass die Lebensmittelkontrolle zufrieden war und alles paletti sei. Häufig kommt dann nach der 2. oder 3. Inspektion das grosse Erwachen. Nach 2 Jahren ist manchmal die Erwartung der Lebensmittelkontrolle an dein Foodbusiness eine andere als zu deinem Startzeitpunkt. Da war klar, dass du noch nicht alles im Griff haben wirst. Aber nach ein paar Jahren solltest du dein Foodstartup langsam auf einem professionellen Niveau haben. Hoffentlich hast du jetzt auch einen grösseren Absatz und wechselst deshalb die Risikoklasse aus Sicht des Vollzugs.
Vielen ist auch nicht klar, dass bestimmte Abnehmer höhere Anforderungen haben als es die Lebensmittelkontrolle verlangt. Lebensmittelrechtliche Konformität ist da manchmal ein Mindeststandard.

Weshalb es sich lohnt, schon als Foodstartup, genügend Zeit in ein Selbstkontrollkonzept zu investieren

Wir empfehlen dir, dich möglichst früh mit ungeliebten Dingen wie Lebensmittelhygiene, Rückverfolgbarkeit, obligatorische Angaben auf Lebensmitteletiketten und Verpackungen etc. zu befassen. Nur so wird es dir gelingen, ein Selbstkontrollkonzept zu erstellen, das dir einen sicheren Umgang mit deinen Lebensmitteln ermöglicht und zudem pragmatisch bleibt. Ein Selbstkontrollkonzept sollte immer ein Arbeitsdokument sein. Eine Anleitung, die dir hilft, deine Lebensmittel sicher und in guter Qualität zu halten. Selbstkontrollkonzepte, die in der Schublade liegen bleiben, sind verlorene Zeit. Du hast einen Aufwand mit ihnen und kannst nicht vom Nutzen profitieren. Lässt du dich aber wirklich darauf ein, hilft es dir die Gefahren im Zusammenhang mit deiner Geschäftstätigkeit zu erkennen, zu minimieren und manchmal sogar zu eliminieren. Leider wirst du diesen Nutzen nicht haben, wenn du die (vermeintliche) Abkürzung nehmen wirst, ein Konzept von jemanden kopierst oder eine Branchenleitlinie unverändert und ungeschaut im Schrank ablegst. Wichtig ist die Auseinandersetzung. Nur die bringt dich weiter.
Ein gutes, aktuelles Selbstkontrollkonzept hilft dir, deine Lebensmittel sicher zu halten und die Qualität deiner Lebensmittel zu erhöhen. Du wirst auch lernen, die Professionalität deiner Lieferanten und Abnehmer besser einzuschätzen. Diese haben ebenfalls einen grossen Einfluss auf dein Produkt.
Oder stell dir vor: Du hast einen Unfall und kannst dein Geschäft nicht weiterführen. Ein gutes Selbstkontrollkonzept ermöglicht, dass eine andere Person die Chance hat, dir in dieser Zeit unter die Arme zu greifen. Ohne jegliche schriftliche Information ist dies ein schwieriges Unterfangen.

Welche Hilfsmittel gibt es?

Du findest auf den Websites der kantonalen Lebensmittelbehörden zahlreiche kostenlose Merkblätter, Checklisten und Vorlagen (über http://www.kantonschemiker.ch abrufbar). Es lohnt sich, diese einmal zu durchforsten und anhand dieser Vorlagen für das eigene Business zu erstellen. Nicht alle Unterlagen eignen sich gleichermassen für alle Betriebstypen. Ob du (und allfällige Mitarbeitende) die Dokumente am Ende auch benutzen wirst, hängt davon ab, wie passend sie für deinen Betrieb sind. Nichts ist ärgerlicher als unpraktische Hilfsmittel. Dasselbe gilt auch für Vorlagen von privaten Anbietern oder für Branchenleitlinien.

Haben wir dich überzeugt, dass es sich lohnt, Zeit in ein Selbstkontrollkonzept zu investieren? Du musst es der Lebensmittelkontrolle ohnehin vorweisen, da kannst du es ja gerade so gestalten, dass es dir auch eine Hilfe ist.

Möchtest du wissen, wie du in 8 Schritten zu einem betriebsangepassten und risikobasierten Selbstkontrollkonzept kommen kannst? Dann lies unseren Blogbeitrag „In 8 Schritten zu deinem Selbstkontrollkonzept“.